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Südhessen Morgen 14.09.2006 Brigitte
Stoll stellt in Bürstadt ihre Aquarelle und Scherenschnitte aus

Bild: swe Drehen und verbiegen, bücken und strecken konnte
sich der Betrachter: Auf Biegen und Brechen begleiteten ihn die schwarzen Knopfaugen der Haselmaus. Die
kleine "Mona Lisa" hatte Brigitte Stoll mit Aquarellfarben zu Papier gebracht und der Maus ein
verfolgendes Strahlen in die Augen gezaubert. Insgesamt 19 Kunstwerke stellt die Lampertheimer
Künstlerin noch bis Weihnachten bei Zahnarzt Dr. Gerhard Weitz in Bürstadt aus.
Wenn der 67-jährigen Künstlerin das einfache Zeichenpapier als Untergrund zu langweilig wird, dann wird
sie richtig kreativ: Dann darf's auch mal ein Osterei sein oder auch Spielkarten und Lesezeichen werden
gestaltet. Sogar einen Kalender mit "Großmutters Küche" hat Stoll schon mit Bildern und Rezepten
gefüttert. Manch ein Lampertheimer wird darauf zum Beispiel antike Stücke aus dem Heimatmuseum
wiederfinden und sich über die leckeren Rezepte angefangen bei heißer Schokolade über Eierlikör bis hin
zu gebratenen Kürbissen freuen. Die künstlerische Begabung
der eingeheirateten Lampertheimerin kommt nicht von ungefähr, malte und zeichnete doch schon der
Urgroßvater für sein Leben gern. Immer wieder hat sich die junge Brigitte Stoll seine Bilder angeschaut
und außerdem die Natur aus ihrer unmittelbaren Umgebung in sich aufgesogen.
Aufgewachsen ist die heute 67-jährige im Westerwald, ganz naturnah in einer Forsthütte. Kaum kann es da
noch verwundern, dass die meisten Bilder - seien es Schwerenschnitte oder Aquarelle - Blumen, Bäume oder
einen Streifzug durch die Tierwelt zeigen. Ganz genau
hinzuschauen lohnt sich besonders bei den Scherenschnitten aus schwarzem Papier. Im Blatt-Gewirr eines
Baumes lässt sich allerhand mehr entdecken als nur ein Blatt über und neben dem anderen: Eichhörnchen,
Eulen, Spechte, Schnecken und Igel - alle halten sie sich auf Ästen oder am Wurzelwerk des Baumes
versteckt. Im Alter von etwa 15 Jahren schon hat Brigitte
Stoll ihr Hobby, die Malerei, vertieft. Bis vor etwa zehn Jahren allerdings ruhten Pinsel und Schere
geduldig. Mit der Teilnahme an einem Volkshochschulkurs in Lampertheim, wo Stoll sich bis heute noch
fleißig weiter ausbilden lässt, sammelte sich in den vergangenen zehn Jahren ein beachtliches Werk an
Aquarellen und Scherenschnitten im Hause Stoll an. Neben
dem neugierigen Haselmäuschen, wunderschönen Schmetterlingsflügeln und idyllischen Einblicken in Gärten
finden sich auch Portraits der Lampertheimer Domkirche, vom Nachbarshund und aus dem Lampertheimer
Heimatmuseum wieder. Bis Weihnachten noch können die Karten und Kunstwerke beim Zahnarztbesuch in der
Praxis Weitz angesehen werden. swe |