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Aktion Saubere Landschaft

 

Südhessen Morgen

20.03.2007

 

Viele Helfer beim Großreinemachen:
Vereine sammeln bei Bürstädter Aktion "Saubere Landschaft" neben Müll auch Punkte

Bürstadt. Am Vortag hatten es 150 EKS-Schüler vorgemacht und kräftig Müll gesammelt. Weitere 155 Bürstädter wollten dem nicht nachstehen und trafen sich deshalb am frühen Samstagmorgen bei der Freiwilligen Feuerwehr. Ordnungsamtschef Michael Molitor leitete die Aktion "Saubere Landschaft". Er konnte neben zahlreichen Vertretern der unterschiedlichsten Vereine auch einige Landwirte für das "Großreinemachen" gewinnen, die mit Traktoren und Rollen die fleißigen Heinzelmännchen zu ihren Bestimmungsorten in und um die Stadt brachten und für den Abtransport des gesammelten Unrats zum Bauhof sorgten.

 

An der alten Lampertheimer Straße waren Louisa, Fabian und Julian vom TC Bürstadt mit den zwölf jugendlichen Fußballern der Eintracht unterwegs. Unterstützung erhielten sie von einigen Erwachsenen. "Wir haben ganz ekeliges Zeug gefunden", berichteten sie. Unter Zweigen und alten Planen hatten sie eine verlassene Obdachlosenunterkunft entdeckt und Kleidung, Schuhe, Essensreste, Dosen und Flaschen auf die rolle zum Abtransport befördert. Neun Kubikmeter Abfall war ihre "Ausbeute", berichteten sie stolz bei ihrer Rückkehr.

 

Cedric, der erst sechsjährige Enkel von Heinz Held, war auch ganz geschafft und nuckelte erst einmal durstig an seiner Limonadenflasche. Gemeinsam mit Opa Heinz, der sich ein Fuhrwerk vom verstorbenen Spargelbauer Hans Heinrich Hesse im Boxheimer Hof ausgeliehen hatte, war er mit dem ältesten Tilnehmer Hans Schober (82 Jahre) und weiteren rüstigen Mitstreitern zum Müllsammeln unterwegs gewesen. Ihr Gebiet war die Straße Boxheimer Hof bis zur Gärtnersiedlung.

 

Die komplette Bestuhlung eines PKWs hatten sie eingesammelt, samt Kopfstützen und Rückbank. Auch jede Menge alte, abgefahrene Reifen und verdellte Radkappen mussten sie entsorgen. Von den vielen leeren Schnapsflaschen wollten sie schon gar nicht mehr reden. "Pfandflaschen haben wir keine gefunden" konnte Hans Ludwig berichten. "Da hat das neue Gesetz wohl gefruchtet", stellte er zufrieden fest.

 

Der zweite Vorsitzende der Nabu Bürstadt/Bobstadt, Roland Korbus, war mit 20 Helfern auf Achse. Von ihrer Rolle wurden Sessel, Stühle, Matratzen, Teppiche, Staubsauger und Fernseher abgeladen. Eine komplette Stereoanlage, elektrische Kleingeräte und sogar eine alte Batterie fanden sie bei ihrem Einsatz in der Natur.

 

Auch die großen blauen Säcke von Annegret Fettel, Vorsitzende des Sozialverbandes VdK, die mit Enkeltochter und Schriftführerin als Landschaftspflegerin unterwegs war, waren mehr als gut gefüllt. Nicht nur sie wunderten sich darüber, was so alles eingesammelt werden musste und statt in der Mülltonne in der freien Natur abgeladen worden war.

 

"Der Ertrag war sehr gut", stellte Molitor abschließend bei einem gemeinsamen Imbiss in der Gerätehalle der Feuerwehr bei Würstchen und Brötchen fest. "Es ist sehr viel gesammelt worden", konnte er sich danken an die fleißigen Helfer wenden. Besonders freute er sich über die rege Teilnahme, zu der sicherlich die Vereinsförderungsrichtlinien der Stadt beigetragen hätten: Jeweils fünf Punkte wurden pro Person einem teilnehmenden Verein gutgeschrieben, jedoch war die maximale Punktzahl auf 30 Punkte begrenzt.

 

"Das finde ich schade", urteile der FDP Fraktionsvorsitzende Burkhard Vetter, da viele Vereine mit sehr großen Mannschaften an der Aktion teilgenommen hatten und dafür keine Extra-Gutschrift erhielten. Auch die sechs freiwilligen Helfer der Feuerwehr, die für die Versorgung der Gäste ihre Freizeit geopfert hatten, gingen bei der Punkteverteilung zur Vereinsförderung leer aus. Sie werden bereits von der Stadt unterstützt, erläuterte Cheforganisator Molitor auf Anfrage. Dabei waren sie doch die ersten und letzten hilfreichen Geister der erfolgreichen Aktion.

 

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